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Anmerkungen

Robbie am 08:05 Uhr 01.2.2012 :
Ich hab euern Newsletter sofort abbonniert, einfac

Ingeborg am 10:47 Uhr 05.1.2012 :
alter ... hier ists mir zu laut

02.12.2011, von Klaus Thomas

Seebad Prora Rügen

Zum Gemeindegebiet des auf Deutschlands größten Insel, Rügen, liegenden 5.000-Einwohner-Ortes Binz gehört auch der Ortsteil Prora. Hier erstreckt sich an der Ostseebucht Prorer Wiek auf etwa 4,5 Kilometern Länge ein aus acht, nebeneinander in Reihe erbauten, gleichförmigen Gebäudeblocks errichteter Komplex. Dieser, auch "Koloss von Prora" genannte Komplex bildet den Kern des in der Nazizeit konzipierten und in Ansätzen realisierten Seebades Prora. Im Rahmen der vor allem propagandistisch bedeutenden "Sozialpolitik" des Dritten Reiches sollten finanzschwache Anhänger und Mitläufer des Systems, also der Teil der Bevölkerung, der nach der zynischen Klassifizierungspolitik des Regimes wegen Herkunft, Religion, Behinderung oder politischer Einstellung nicht als "unwert" ausgegrenzt wurde, in den Genuss von staatlich subventionierten, organisierten und kontrollierten Urlaubsreisen kommen. proraruegen Neben den bekannten Kreuzfahrten auf Einklassendampfern der "Kraft durch Freude"-Organisation waren für diesen Zweck unter anderen fünf gigantische Ferienzentren mit jeweils 20.000 Betten geplant. Als einziges dieser KdF-Projekte wurde das Seebad Prora in Angriff genommen. Unter der Leitung des eng mit dem Regime verbundenen Architekten Clemens Klotz sollten acht sechsstöckige Gästehäuser mit jeweils 1.125 kleinen, spartanisch eingerichteten Zweibettzimmern gebaut werden. In die Reihe der Gästehäuser wurden in regelmäßigen Abständen angebaute Querbauten für den Gastronomie- und Unterhaltungsbereich eingeplant. Zusätzlich zum "Koloss von Prora" waren weitere Bettenhäuser, Verwaltungs- und Logistik-Bauen sowie Sportstätten und Schwimmbäder geplant. Die 1936 begonnenen Bauarbeiten wurden bei Kriegsbeginn 1939 gestoppt. Die bis dahin sieben im Rohbau vollendeten Gästehäuser wurden in der Folgezeit zum Teil ausgebaut und von der Wehrmacht als Kaserne und Lazarett genutzt. In der unmittelbaren Nachkriegszeit zum Teil von der Sowjetarmee gesprengt, diente Prora in der DDR-Zeit vor allem wieder als Kaserne sowie als NVA-Erholungsheim. Die Geschichte der Anlage nach der Wende ist zum großen Teil vom Verfall bestimmt gewesen. Es zeichnet sich aber aktuell eine positive Entwicklung zur dauerhaften Mischnutzung des Komplexes ab. Neben privaten Investoren, die für Teile von Prora die Nutzung für Wohn-, Hotel- und Gastronomie-Zwecke planen, haben mittlerweile eine Jugendherberge mit über 400 Betten und ein Dokumentationszentrum zur Geschichte der Anlage ihre Toren in renovierten und modernisierten Gebäudeteilen geöffnet. Weitere Projekte, durch die der geschichtsträchtige Komplex Prora Rügen sowie das Seebad Prora als Urlaubsziel noch attraktiver machen soll, sind geplant.

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